Bildung, Kultur

Erweiterung

Theater der Nacht im Untergrund

Northeim

Unterirdischer Erweiterungsanbau an das Theater der Nacht.

Auftraggeber: Theater der Nacht
Standort: Northeim
Projektart: Erweiterung
Fertigstellung: 2014

Seit 2001 wird das Northeimer Theater der Nacht durch Betreiber, Mitarbeiter, Figuren, Freunde und Förderer bewohnt und besucht. Konzipiert war das Gebäude für einen „kleinen“ Spielbetrieb mit ca. 50 Vorstellungen pro Jahr. Entgegen dieser vorsichtigen Annahme entwickelte sich das Kulturprojekt „Theater der Nacht“ weiter, so dass heute ca. 200 Vorstellungen im Hause aufgeführt werden und rund 20.000 Zuschauer die Vorstellungen besuchen.

Zur Zukunftssicherung des Projektes „Theater der Nacht“ wurde ist es zwingend erforderlich, das Arbeitsumfeld des Betriebes so her zu richten, dass ein reibungsloser Betriebsablauf möglich wurde und die Kreativität der Theaterschaffenden sich ungehindert entfalten kann.

Dazu wurden die verschiedensten Varianten (Nutzung des „schiefen Hauses“, Nutzung der fast angrenzenden Gewölbekeller im Wall, Neubau auf dem Theater-Vorplatz, Neubau, direkt angrenzend in den vorh. Wall hinein) durchdacht und überprüft. Nach Abwägung von Machbarkeit, Zukukunftsfähigkeit und Kostenentwicklung fiel die schwere Entscheidung zu der Erweiterung in den Bereich des historischen Stadtwalles.
Direkt an die Bühne und Requisite entstand ein angrenzender, parallel zum Theatergebäude verlaufenden Baukörper aus, der nach seiner Fertigstellung wallseitig vollkommen unterhalb des jetzigen Wallniveaus verschwindet. Zum Theater hin verbleibt ein schmaler, nach oben offener Gang, der sich zum Theater-Vorplatz hin zu einem kleinen Vorhof aufweitet. Es entsteht ein ausreichender großer Licht- und Lufthof für die neuen Werkstatträume im Neubau. Die Requisite befindet sich nun ebenerdig genau neben der Bühne, die Werkstätten und Seminarraum haben eine direkte, kurzläufige Anbindung zum Theatergebäude und bilden dennoch eine eigenständige, frei zugängliche Einheit. Der Theaterbetrieb kann in jeglicher Form stattfinden, ohne die notwendigen Aktivitäten im Werkstattbereich zu behindern, oder umgekehrt. Eine Vergrößerung des Cafe- und Foyerbereiches ist nun möglich. Durch die Verlegung der Werkstatt und die Integration des Cafébetriebes in der jetzigen Werkstatt soll die Fremdvermietung wieder verstärkt angeboten werden…Theater der Nacht.
In Abstimmung mit der unteren Denkmalschutzbehörde Northeim und dem Niedersächsische Amt für Denkmalpflege (Außenstelle Braunschweig) wurde die Maßnahme archäologisch begleitet. Die Firma Streichardt & Wedekind Archäologie (SWA) aus Göttingen wurde mit diesen Arbeiten beauftrag. Im Zuge des Baugrubenaushubes wurde ein Tunnel gefunden und dokumentiert, der nach Fertigstellung des Gebäudes vom Theater aus erlebbar sein wird.

Unter dem Titel „BauZeit“ hat das Theater der Nacht einen Kalender herausgebracht. Die Motive nehmen das Baugeschehen ins Visier und zeigen, wie alle Theaterfiguren nach besten Kräften mithelfen oder den Fortgang überwachen, wie der Schneehase auf dem Titelblatt. Das November-Bild zeigt den unterirdischen Wallgang, der bei den Bauarbeiten im Sommer entdeckt wurde – ein Ensemblemitglied aus dem Stück „Der Mond“ inspiziert das Gemäuer fach- und sachgerecht.

Von Anna-Katrin Niethus exzellent fotografiert und gedruckt kommt der Kalender im Format 35 x 50 cm groß raus. Er ist im Theater der Nacht, Obere Str. 1 in Northeim, zu den Öffnungszeiten des Cafés donnerstags bis sonntags von 14:00 bis 18:00 Uhr und zu den Vorstellungen an der Theaterkasse erhältlich.


Sanierung Umnutzung

Tabalugahaus – Schutzräume für Kinder

Duderstadt

Sanierung zweier Fachwerkgebäude zur Schaffung von Wohn- und Aufenthaltsräumen zur temporären Unterbringung benachteiligter Kinder

Auftraggeber: Näder Family Office
Standort: Duderstadt
Projektart: Sanierung Umnutzung
Fertigstellung: 2012

Innerhalb einer kurzen Bauzeit ist unter der Federführung von Hans-Georg Näder und in dessen freundschaftlicher Kooperation mit Peter Maffay ein beeindruckendes Objekt entstanden, in dem benachteiligte Kinder während ihres Aufenthaltes in Duderstadt in einer intakten Gemeinschaft Kraft schöpfen und sich von ihrem belastenden Alltag erholen können.

Die sehr gut funktionierende Zusammenarbeit innerhalb unserer Arbeitsgemeinschaft mit dem Duderstädter Architekten Michael Schmutzer führte zu diesem tollen Ergebnis und zur Fortführung der Arbeitsgemeinschaft bei anderen Projekten.

Das Fachwerkhaus stammt aus dem Jahre 1620 und die Jugendstilvilla wurde mit 1908 datiert. Die Farben für das Holzfachwerk wurden entsprechend der Jahrhunderte in ochsenblutrot und braun gehalten. Die Verzierung im Holzfachwerk wurde, gem. eines externen Farbkonzeptes, annähernd monochrom gestrichen – in Graustufen bis weiß. Das kleinere Jugendstilhaus bekam kräftige Farben. Die Häuser wurden mit einem Verbindungsbau aus Stahl und Glas verbunden und innen aufwendig grundsaniert. Das Ziel war es, die alten Hausstrukturen wieder sichtbar zu machen.

Die Nutzungen der beiden Häuser gehen ineinander über. Im Wesentlichen dient ein Haus dem Schlafen und Essen. Das andere Haus wird für verschiedene Aktivitäten genutzt, wie z.B. Kreativraum, Musikzimmer und ein Meditationsraum.

Das Konzept beinhaltet das Bauen mit hochwertigen, ökologischen Baustoffe, bzw. Materialien. Diese sind im Wesentlichen durch Holz, Lehm und Glas bestimmt. Es gehörte dazu, die vorhandenen Holzbalkendecken frei zu legen, alte Lehmputze zu sanieren und mit neuem Lehmputz zu ergänzen. Eine Herausforderung war, die Geschosse rollstuhlgerecht auszugestalten.


Umnutzung

Werk-statt-Schule

Northeim

Umnutzung einer Hofanlage zu einer Schule für Menschen in schwierigen Lebenssituationen

Auftraggeber: Werk-statt-Schule Northeim e.V.
Standort: Northeim
Projektart: Umnutzung
Fertigstellung: 2009

Für die Werk-statt-Schule Northeim e.V. wurde eine Umnutzung mehrere Scheunen auf einem ehemaligen Bauerngrundstück durchgeführt. Die Werk-statt-Schule e.V. ist ein gemeinnütziger und selbstverwalteter Bildungsträger und Träger der freien Jugendhilfe. Menschen in schweren Lebenssituationen werden dort aufgefangen und deren Förderbedarf an emotionaler und sozialer Entwicklung gedeckt – in der Primarstufe, Sekundarstufe: Hauptschule und Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen.

Um den bereits bestehenden Schulbetrieb im Bereich der Sekundarstufe I auszuweiten und um SchülerInnen der Primarstufe aufnehmen zu können, wurde die ehemalige Hofanlage umgenutzt, in dem kleine Klassen entstanden. Dort erhalten die SchülerInnen viel Aufmerksamkeit und können sich in einem naturnahen, beruhigendem Umfeld bewegen.

Annähernd 40.000 Schulen gibt es in Deutschland, in fast 90% von ihnen wird im Winter munter zum Fenster hinaus geheiztund kaum jemand denkt daran, das Licht auszumachen – Ziel unseres nutzerorientierten Projektes war es daher, den erforderlichen Energieeinsatz auf das Notwendige und wirtschaftlich Sinnvolle zu begrenzen. Erreicht wird das bei diesem Projekt durch den Einsatz von hohen Dämmstärken, guten Verglasungsvarianten, der konsequenten Vermeidung von Wärmebrücken, moderner Haustechnik und einem besonders geschulten Hausmeister. Die im Vorfeld geprüfte Verwendung von Tiefengeothermie zur Gebäudeerwärmung wurde aufgrund von Wirtschaftlichkeitsüberlegungen durch Gas-Brennwert-Geräte ersetzt.


Neubau

Neubau einer Ausbildungshalle im Berufsschulzentrum Stadthagen

Stadthagen

Realisierungswettbewerb für den Neubau einer Ausbildungshalle am Berufsschulzentrum Stadthagen

Auftraggeber: Stadt Stadthagen
Standort: Stadthagen
Projektart: Neubau
Fertigstellung: 2006

Gebäudekonzept:

Das Berufsschulzentrum Stadthagen sollte eine überdachte unbeheizte Halle bekommen, in der die praktische Ausbildung der Pflaster- und Tiefbauberufe stattfinden sollte.

Unser siegreicher Wettbewerbsbeitrag sah dafür eine einfache Stahlkonstruktion für das primäre Tragwerk vor, dass mit einer Fassadenbekleidung aus zwei Schichten behängt wird.

Die innere Schicht besteht aus BFU – Holzplatten, die in drei unterschiedlichen Rottönen gestrichen sind und festverglasten Belichtungsfeldern, alle im Rastermaß 250 x 125 cm. Als Öffnungselemente sind vier Schiebetore vorgesehen, von denen zwei dem Betreten der Halle dienen und zwei weitere als ergänzende Belüftungfelder geöffnet werden können-

Die äußere Schicht wurde mit Streckmetall ausgeführt, wodurch der innere „warme“ Holzkörper je nach Blickwinkel unterschiedlich kräftig hindurch schimmert.

Das Streckmetall schützt nicht nur die Holzfassade vor Witterungseinflüssen, wie UV-Licht und Regen, sondern hat sich auch gegen Sprayer bezahlt gemacht.


Umnutzung Sanierung

Theater der Nacht

Northeim

Umbau einer Alten Feuerwache zu einem Figuren-Theater.

Auftraggeber: Theater der Nacht
Standort: Northeim
Projektart: Umnutzung Sanierung
Fertigstellung: 2001 / 2005

Der schlichte Zweckbau der alten Feuerwache in der Oberen Straße in Northeim wurde zu einem Haus für das Figuren- und Puppentheater umgebaut. Das städtebauliche Spannungsfeld zwischen St. Sixti Kirche, Stadtmauer und Fachwerkhäusern forderte einen besonderen Anziehungspunkt. Auf Grundlage einer strengen ökologischen Baukonzeption korrespondiert die Neugestaltung in Form und Inhalt. Die bildnerische Ausdrucksform des Figurentheaters schlägt sich in der Architektur nieder. Das Theater der Nacht ist ein Niedrigenergiehaus im Bestand mit künstlerisch durchdachter Gestaltung. Kernstück ist ein Theatersaal für 99 Zuschauer mit ansteigenden Sitzreihen und einer Bühnengröße von 25 m².

Projektziel
Das Konzept fußt auf gewachsenen Figurentheater-Aktivitäten in Northeim, die zur Gründung der professionellen freien Theatergruppe „Theater der Nacht“ führten. Das Ensemble hat lokal, überregional und international großen Erfolg. Mit dem Gebäude hat das Genre eine feste Spielstätte bekommen. Mittlerweile gibt es einen kontinuierlichen Spielbetrieb mit regelmäßigen Inszenierungen und Theaterfestivals, einen Lernbetrieb mit Werkstattgesprächen, Symposien und Fortbildungen sowie ein Mitmachbetrieb mit Kursangeboten und Aktionstagen.

Finanzierung und Betrieb
Neben Sanierungszuschüssen sind Förderungen der Landes-Arbeitsgemeinschaft soziokultureller Zentren, der Stadt Northeim, der Klosterkammer, der Kreissparkasse Northeim, der KSN-Stiftung und des Landes Niedersachsen geflossen. Im Rahmen des Projektes „Arbeiten + Lernen“ beteiligte sich die Werk-statt-Schule bei den Rohbauarbeiten,  Außenanlagen und vielen anderen Gewerken.

Nach dieser  Anschubfinanzierung trägt sich das Theater selbst. Es wird derzeit durch einen Förderkreis unterstützt, der sich jederzeit über neue Mitglieder freut.

Ein Besuch im Theater der Nacht ist für Groß und Klein jederzeit lohnenswert.